Modellprojekt

Unabhängig von Sprechzeiten und Terminvereinbarungen, ohne zusätzliche Wege oder Fahrtkosten bot der Online-Support für pflegende Angehörige (OSpA 2015-18) eine internet-basierte Beratung zur Entlastung, insbesondere für Angehörige demenziell Erkrankter.

Im Jahr 2019 betreute das Institut für E-Beratung an der TH Nürnberg in einer „Notgemeinschaft“ mit Ehrenamtlichen und erfahrenen Fachberaterinnen das Portal übergangsweise. An den aktuellen Zahlen kann man erkennen, dass dies nach wie vor ein gefragtes Angebot an die pflegenden Angehörigen darstellt. In diesem Jahr, das erste Jahr ohne Werbeaktivitäten, gab es monatlich etwa 250 Mitlesende im Beratungsforum. Im Jahr 2020 werden die Beratungstexte für alle zur Verfügung gestellt. Die Betreuung durch Onlineberatung kann leider ganz ohne Fördergelder nicht mehr aufrecht erhalten werden.


Pflegebedürftigkeit kann bei jedem eintreten und mit einer hohen körperlichen, finanziellen und insbesondere emotionalen Belastung der beteiligten Angehörigen, Freunde und Bekannten einhergehen. Vor allem bei der Pflege von demenzerkrankten Angehörigen kommt es bei den privaten Pflegepersonen oft zu einer Art Isolation und Vereinsamungsgefühlen.

Mit dem Projekt „Online-Support für pflegende Angehörige in Bayern – Entlastung durch Gleichbetroffene und Experten zur Sicherung der häuslichen Pflege insbesondere bei Demenzerkrankungen“, kurz OSpA, startete im Juli 2016 ein neues Projekt am Institut für E-Beratung der TH Nürnberg. Das Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Richard Reindl wurde bis Ende 2018 vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gefördert.
Das Projekt umfasste die evaluierte Entwicklung und Implementierung eines Online-Beratungsportals für pflegende Angehörige beispielhaft in städtischen und ländlichen Regionen Nordbayerns und wurde gemeinsam mit regionalen Praxispartnern aus der Pflege- und Angehörigenberatung entwickelt und durchgeführt.
Seinen innovativen Charakter erhielt das Portal durch eine Verschränkung von Selbsthilfe und professioneller Beratung. Gegenseitige informelle und emotionale Unterstützung und Entlastung mit der Beratung und Unterstützung durch ehrenamtlich tätige Peerberater/innen (z. T. ehemals Pflegende) wurde verknüpft mit den Vorteilen professioneller Beratung von Experten der Pflege- und Demenzberatung. Damit wurde das bisher überwiegend an Präsenz gebundene Beratungs- und Unterstützungsangebot der Fachberatungsstellen um eine internetgestützte Variante erweitert, die die Inanspruchnahme so niedrigschwellig wie möglich gestaltet.
Zentrales Ziel war es dabei, zu einer deutlichen Entlastung pflegender Angehöriger insbesondere demenziell Erkrankter beizutragen, dem psychosozialen Unterstützungsbedarf pflegender Angehöriger so früh und effektiv wie möglich entgegenzukommen, neue Zielgruppen für die Pflege zu erschließen und die Inanspruchnahme der Hilfen zu erhöhen. Damit wurden zentrale Erfolgskriterien für die Zukunft der häuslichen Pflege besonders von Demenzerkrankten thematisiert und in regional unterschiedlich strukturierten Räumen (Stadt / Land) modellhaft umgesetzt.


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